6 (+1) Schritte zur nachhaltigen Re-Integration auf dem Arbeitsmarkt

In den vergangenen Blogartikeln haben wir viel über die Probleme bei der (Re-)Integration in den ersten Arbeitsmarkt gesprochen. Zurecht erreichte uns daraufhin oftmals die Rückmeldung und Frage: Wie geht es besser? Wie lässt sich Nachhaltigkeit bei der (Re-)Integration auf dem 1. Arbeitsmarkt sicherstellen.

Sehr gerne möchte ich diese Frage heute ganz konkret beantworten. Im folgenden Blogartikel erläutere ich Ihnen die 6 Schritte, die nach unserer Erfahrung zum Erfolg führen.

  1. Bereitschaft & Eignung prüfen: Ist die Integration in dem 1. Arbeitsmarkt mit Hilfe der 6 Schritte aktuell realistisch?
    Sicherlich sind auch Ihre Ressourcen begrenzt – sowohl in zeitlicher Sicht, als auch im Hinblick auf das Ihnen zur Verfügung stehende Budget. Damit sind Sie gezwungen, Ihre Ressourcen sinnvoll einzusetzen.
    Nicht alle Klienten bringt das gleiche Potenzial und die nötige Veränderungs- und Kooperationsbereitschaft für eine Mitarbeit im Sinne der (Re-)Integration mit.
    Die folgenden Fragestellungen sollen Ihnen dabei helfen, die Bereitschaft und Eignung Ihrer Klienten für eine nachhaltige (Re-)Integration schnell abzuschätzen.
    1. Welche persönlichen Ziele spielen im Leben Ihrer Klienten eine Rolle? Welche Wünsche (beruflich und privat) haben sie für die Zukunft?
    2. Welche Werte sind für Ihre Klienten wichtig?
    3. Wie motiviert sind Ihre Klient? Was bedeutet Arbeit?
    4. Wie treten Ihre Klienten auf? Wie schätzen Sie die Zuverlässigkeit und Disziplin ein? Wie steht es um Themen wie Pünktlichkeit, Freundlichkeit und Akzeptanz von Autoritäten?
      Über welche Kommunikationskompetenz verfügen ihre Klienten? Wie schätzen Sie die Sozialkompetenz ein? Wie gut ist der Umgang mit kritischen Gesprächen?
    5. Welche Rahmenbedingungen bringen Ihre Klienten mit? Gibt es gesundheitliche Einschränkungen? Wie ist die familiäre Situation?
    6. Was zeigt der Lebenslauf? Welche Aus- und Weiterbildungen, zusätzliche Qualifikationen, Fähigkeiten und Erfahrungen können Ihre Kandidaten vorweisen? Wie steht es um die Kontinuität?
    7. Welche Zeugnisse bringen Ihre Klienten mit?
    8. Auf welche Referenzen können Ihre Kandidaten zurückgreifen?
  2. Standort & Zielsetzung festlegen: Potenziale und Entwicklungsbereiche erkennen und ein Fernziel festlegen
    Diesen Schritt habe ich in einem der vergangen Blogartikel bereits näher ausgeführt: https://dori-go.com/index.php/standortbestimmung-und-zielsetzung-in-der-arbeitsintegration/
  3. Die Laufbahn planen: Zukunftsperspektiven schaffen und mit Hilfe eines Massnahmenplans greifbar machen.
    Gemeinsam mit den Klienten müssen folgende kurz-, mittel- und langfristige Ziele erarbeitet werden.
    Mit einem mittel- und langfristigen Ziel vor Augen, lassen sich oftmals viele Hürden in der Vermittlung überwinden. Statt den Klienten die Einstellung selbst als oberstes Ziel zu vermitteln, können eigenen Wünsche und Ziele in die Laufbahnberatung eingebracht und auf diese hingearbeitet werden. Die Integration selbst ist damit nur noch ein Zwischenziel.
    In unseren Projekten entwickeln wir anschliessend einen detailierten Massnahmeplan mit den uns anvertrauten Klienten, besprechen diesen mit Ihnen als zuständigem Sozialarbeitenden und verabschieden ihn dann gemeinsam.
    Welche Training und Schulungen sind ggf. erforderlich?
    Wo ist ein Life-Coaching oder Persönlichkeitscoaching zielführend? Stichwort: Softskills
  4. Stellensuche durchführen: Die Suchkriterien und die Suchstrategie festlegen.
    Die Suche von geeigneten Stellen ist sicherlich einer der Schlüsselpunkte und bedarf, um zeitnah Erfolge einfahren zu können, einer gewissen Vorerfahrung.
    Wesentlichen Einfluss hat die Suchstrategie. Hier wird sowohl eine regionale Eingrenzung definiert, als auch die Frage beantwortet, wie und wo Vakanzen gesucht werden.
    Genügt die Suche auf den gängigen Jobportalen oder ist die Zusammenarbeit mit einem externen Recruiter sinnvoll? Sind in dem konkreten Fall Initiativbewerbungen ein erfolgsversprechendes Instrument?
    Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für diesen Schritt ist sicherlich die Rekrutierungskompetenz des Coaches / Beraters an ihrer Seite. Auch hierzu gibt es einen umfassenderen Blogpost: https://dori-go.com/index.php/coaching-in-der-arbeitsintegration-die-bedeutung-der-rekrutierungskompetenz/
  5. Klienten professionell vorbereiten: Professionalisierung des Dossiers und Vorbereitung auf Erstkontakt und Interview
    Bereits parallel zur Stellensuche ist es erforderlich, sich mit dem Bewerbungsdossier der Klienten auseinanderzusetzen. Das Vorgehen hier detailliert auszuführen, würde sicher den Rahmen sprengen, so dass ich an dieser Stelle auf unsere diversen vorliegenden und auch kommenden Artikel verweisen möchte.
  6. Nachhaltigkeit sicherstellen: Probezeitbegleitung und behutsamer Rückzug.
    Zu einer erfolgreichen Re-Integration in den 1. Arbeitsmarkt gehört zwingend die Langfristigkeit der Vermittlung. Kehren Klienten nach wenigen Wochen wieder zurück in die Arbeitslosigkeit, lässt sich kaum von einem Erfolg sprechen.
    Insbesondere in den ersten Wochen im neuen Job und damit in einem neuen Alltag kommt es bei vielen Klienten zu Frustrationen. Wir begleiten die von uns vermittelten Klienten daher nach Möglichkeit auch während der Probezeit.
    Wir führen Reflektionsgespräche mit den Klienten und stellen die nötigen Weichen für eine langfristige Zufriedenheit und Stabilisierung. Bei Problemen und Herausforderungen stehen wir den Klienten lösungsorientiert zur Seite und schulen Strategien und Methoden zur Krisenbewältigung.

Und manchmal kommt es trotzdem anders, als gedacht. Die persönlichen Lebensumstände von Menschen können sich ändern oder während des Prozesses werden verdeckte Hindernisse sichtbar.

Für diese unvorhersehbaren Ereignisse und Erkenntnisse haben wir die +1 in unser Integrationskonzept integriert. Sie steht für ein individuelles Life-Coaching, dass sich genau am aktuellen Bedarf orientiert.